Vorteile von Gaming und Esport

Videospiele gehören heute zu einer der beliebtesten Freizeit-Aktivitäten auf der Welt. Es gibt 2,5 Milliarden aktive Gamer auf der Welt, davon allein 32 Millionen in Deutschland. Bei dieser schieren Menge an Menschen, lohnt es sich einen genaueren Blick auf diese zu werfen; wer diese Menschen sind, warum Spiele so beliebt sind und welchen Einfluss (positiv als auch negativ) diese Spiele auf die SpielerInnen haben.

In Deutschland spielt knapp die Hälfte der Menschen Videospiele, in irgendeiner Form. Während die Klischee-Vorstellung des Gamers, ein männlicher Teenager im Keller seiner Eltern, immer noch verbreitet ist, ist der tatsächliche durchschnittliche Gamer doch anders. “Game”, der Verband der deutschen Games-Branche, zeigt in seiner 2020 veröffentlichen Studie, dass die Geschlechter-Verteilung beinahe ausgewogen ist – mit 48% Frauenanteil zu den 52% Männern. Außerdem sind mittlerweile nur 24% der Gamer zwischen 14 bis 24 Jahre alt; das Durchschnittsalter liegt bei 37,5 Jahren. 

Videospiele sind aus vielen Gründen beliebt. In erster Linie können Videospiele, ähnlich wie Bücher und Filme, die Spieler in andere Welten und Realitäten versetzen. Spielende können nun als deren Lieblings-Basketballspieler spielen, als Soldaten im Zweiten Weltkrieg kämpfen oder eine magische Welt mit Drachen, Trollen und anderen Fabelwesen erkunden. Bei Videospielen haben SpielerInnen jedoch die Möglichkeit, die Handlungen des Charakters zu kontrollieren, was zu einem tieferen Erlebnis führt, als es in anderen Unterhaltungsmedien möglich ist.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Videospiele sowohl für die zwischenmenschlichen, als auch für die intrapersonellen Fähigkeiten von Spielern, von Vorteil sind. Trotz dieser Vorteile, wird Gaming oft, aufgrund der wahrgenommenen, negativen Auswirkungen, kritisiert. Dieser Artikel widmet sich jedoch ausschließlich den positiven Auswirkungen, die mit dem Gaming einhergehen.

Vorteile

Es gibt diverse Vorteile von Videospielen, um jedoch die Übersichtlichkeit einzuhalten, geht dieser Artikel auf folgende ein:

  • Sprachen lernen und Kommunikation auf globaler Ebene
  • Teamarbeit/ Zusammenhalt
  • Kognitive Fähigkeiten
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Soziales

Die Reihenfolge symbolisiert keine Gewichtung und/oder Wertung.

Sprachen lernen und Kommunikation auf globaler Ebene

Gaming und Esport ist international. Aufgrund des Team-Aspektes der meisten Spiele sowie der Möglichkeit, dezentral zu spielen und zu kommunizieren, treffen Spieler früh auf internationale Mitspieler. Kommunikation ist meist spielentscheidend, weswegen eine gemeinsame Sprache gefunden werden muss, welche zumeist Englisch ist. Studien zeigen auf (unter anderem der schwedischen Uni Göteborg und Karlstad), dass regelmäßige Videospieler über ein erkennbar höheres Englisch-Vokabular verfügen und sich deutlich besser auf Englisch verständigen können. Des Weiteren, sehen sich Esport-Fans die Übertragungen der Spiele an (über Streaming-Plattformen wie beispielsweise Twitch.tv) – die Hauptübertragungen werden auch auf Englisch übertragen. 

Aufgrund des zufälligen und ständig wechselnden Kennenlernens von Teammitgliedern in Videospielen, können Spieler außerdem in kürzester Zeit Mitspieler aus aller Wert kennenlernen, sich mit diesen verständigen und gemeinsam Ziele erreichen. Neben der Stärkung der internationalen Kompetenzen, können internationale Bekanntschaften und sogar Freundschaften geschlossen werden. 

Teamarbeit/ Zusammenhalt

Wie oben bereits angesprochen, treten Spieler in vielen der beliebtesten wettbewerbsorientierten Videospiele als Einzelpersonen in einem Team gegeneinander an und können nur gewinnen, wenn sie Strategien miteinander kommunizieren, ähnlich dem traditionellen Sport. Das fördert zu einem Sprache, aber natürlich auch die immer wichtiger-werdende Komponente der Teamarbeit. Spieler müssen sich mit neu-kennengelernten Teamkollegen innerhalb von kürzester Zeit verständigen und konstruktiv auf ein Ziel hinarbeiten. Ein Professor der University of Glasgow, Matthew Barr,  untersuchte die Auswirkungen des Spielens von Videospielen auf Studenten im Klassenzimmer und stellte fest, dass “solche spielbasierten Lerninterventionen” eine Rolle in der Hochschulbildung spielen sollten. Jene allgemeine Fähigkeiten wie Problemlösung, Kommunikation, Einfallsreichtum oder Anpassungsfähigkeit, die bei Absolventen als wünschenswert angesehen werden, insbesondere wenn es um die Beschäftigungsfähigkeit geht.” (übersetzt aus dem englischen), werden durch das Gaming verstärkt gefördert. 

Kognitive Fähigkeiten

Mehrere Studien haben mittlerweile herausgefunden, dass das Spielen ein breites Spektrum an kognitiven Fähigkeiten stärken kann, einschließlich Problemlösung, räumliche Aufmerksamkeit, Multitasking, die Stärkung des Gedächtnisses und mehr. Wissenschaftler der Universität von Iowa stellten beispielsweise fest, dass Computerspiele nicht nur die kognitiven Fähigkeiten im Allgemeinen stärken, aber auch bei einer Verjüngung des geistigen Alters helfen können. Eine Studie, durchgeführt in 2016 in Australien, fand eine positive Korrelation zwischen Spielen und akademischen Leistungen bei Jugendlichen, während eine Studie der Columbia University sogar “signifikant höhere intellektuelle Fähigkeiten, höhere akademische Leistungen, bessere Beziehungen zu Gleichaltrigen und weniger psychische Probleme” ergab – bei spielenden Kindern in den Jahren 6-11.

Konzentrationsfähigkeit

Profi-Spieler kommen auf über 400 Aktionen pro Minute – Aktionen umfassen Tastatur- und Mausanschläge. Vor allem in Videospielen, in denen insgesamt ein großes Durcheinander herrscht (in denen etwa Ziele schnell ins Bild kommen und wieder verschwinden) und blitzschnell Entscheidungen getroffen werden müssen, verbessern die Aufmerksamkeit eines Spielers. Diese Computerspiele führen zu einer schnellen Auffassungsgabe und helfen dabei, neue Informationen in kürzester Zeit einzuordnen, zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Interessanterweise zeigen zwei US-amerikanische Wissenschaftler weiterhin auf (C. Shawn Green und Aaron R. Seitz.), dass diese Videospiele die Konzentrationsfähigkeit besser trainieren als die speziell darauf entwickelten Brain oder Serious Games. 

Soziales

Eine Umfrage des Pew-Forschungszentrum mit Sitz in Washington, D.C., konnte mit dem weit-verbreiteten Gamer-Klischee aufräumen. Laut einer Umfrage “spielen 16% der Jungen täglich oder fast täglich Spiele mit anderen persönlich; 34% spielen fast täglich Spiele mit anderen online.” (Übersetzt aus dem Englischen). Außerdem wurde festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Teenager online Freundschaften geschlossen haben und das fast 90% der Jungen, aber auch über 50% der Mädchen, welche online spielen, dabei miteinander reden. Fakt ist, dass Gaming und Esport für viele Jugendliche, vor allem männliche, heutzutage eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, miteinander zu interagieren. 

Fazit

Obwohl Gaming oft kritisiert wird, zeichnen sich doch die positiven Aspekte des Gamings durch diverse Studien ab. Natürlich muss auf bewussten Konsum hingewiesen werden, da übermäßiger Konsum in den meisten Feldern schädigend ist – sei es Essen, Trinken oder digitale Medien insgesamt. Mehr Studien werden jedoch benötigt, um weiterhin die Vorteile, aber auch die Nachteile, zu analysieren. Eine gesamtheitliche und informierte Betrachtung kann dann dazu genutzt werden, Problemstellen zu beheben.

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Marcel Schadt

Esport Professional